Lithium-Ionen-Akkus sind in Smartphone, Werkzeug, E-Bike & Co. allgegenwärtig – im Brandfall aber hochriskant: Thermal Runaway, rasche Brandausbreitung, giftige Rauchgase.
Wichtig: Für Laien ist keine Eigenlöschung zulässig. In Gebäuden kommt als Löschmittel praktisch nur Wasser in ausreichender Menge (z. B. Wandhydrant) in Betracht – wegen der Kühlwirkung.
Pulver, Metallbrandpulver, CO₂ sind nicht geeignet!


Lithium-Ionen-Brände gehören zur Brandklasse 🅰️ statt D
- Oft werden Akku-Brände fälschlich als Brandklasse D (Metallbrände) eingestuft.
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Richtig ist: Sie gehören in die Brandklasse A, da die brennbaren Bestandteile wie Papier oder Holz reagieren.
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Wasser ist das einzige wirksame Löschmittel, weil es die notwendige Kühlung bringt.
⚠️ Eine eigene Brandklasse für Lithium-Akkus gibt es nicht
Brände von Lithium-Batterien werden oft fälschlicherweise der Brandklasse D (Metallbrände) zugeordnet, gehören jedoch in die Brandklasse A, da kein reines Lithium, sondern Lithiumverbindungen in brennbaren organischen Materialien enthalten sind. Was muss ich bei Lithium-Feuerlöschern beachten? Die brennbaren Bestandteile verhalten sich wie klassische Feststoffe (z.B. Holz oder Papier) und entsprechen daher der Brandklasse A, die für feste, brennbare Stoffe gilt.
Es existiert keine eigene Brandklasse für Elektrobrände!
Auch nicht für Lithium-Akkus. Einige Hersteller verwenden ein Blitz-Symbol, um Feuerlöscher für Elektrobrände zu kennzeichnen, was jedoch irreführend und risikobehaftet ist, da es falsche Erwartungen an die Löschwirkung wecken kann. Da Lithium-Ionen-Batterien kein Metallbrand sind und Wasser wegen seiner Kühlwirkung wirksam ist, fällt ihre Brandbekämpfung in die Kategorie der festen Stoffe der Brandklasse A.
❗ Häufiger Irrtum: kein Metallbrand (D
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In Li-Ion-Akkus brennen organische Elektrolyte/Materialien → Brandklasse A.
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Es gibt keine eigene Brandklasse für Akku-Brände.
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Löschziel = Kühlen (Wasser), nicht „Bedecken“.
✅ Welche Löschmittel sind geeignet
– und welche nicht?

Lithium-Ionen-Brände löschen – Geeignet
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Wasser:💧Kühlt wirksam und unterbricht die Reaktionskette💧
Lithium-Ionen-Brände löschen – Nicht geeignet
- ABC- oder BC-Pulver ❌
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Metallbrandpulver ❌
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Kohlendioxid (CO₂) ❌
Diese Löschmittel haben keine Kühlwirkung und dürfen nicht eingesetzt werden
🧪 Praxis-Check: Innenbereich realistisch löschen
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Ausreichende Wassermenge nur über Wandhydrant (oder Feuerwehr!).
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CO₂/Pulver kühlen nicht → Re-Ignition-Risiko bleibt.
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Sicht & Atemluft: Rauch meiden, Türen schließen, Bereich räumen.
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Sofort 112 – Brandschutzhelfer übernehmen Alarmierung & Evakuierung.

🚫 Vorsicht bei Spezial-Löschmitteln (F-500, WKL6PRO, …)
Unsichere Wirksamkeit
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Am Markt angebotene Speziallöscher für Lithium-Brände sind kontrovers diskutiert.
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Es gibt keine einheitlichen Prüfstandards, die ihre Wirksamkeit belegen.
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Ihre Wirksamkeit ist jedoch umstritten und nicht einheitlich geprüft.
Lithium-Ionen-Brände löschen – Warnung der DGUV
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Die DGUV 205-041 (Februar 2024) warnt ausdrücklich vor der Anwendung durch Beschäftigte.
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Eigenlöschversuche sind riskant und führen zu massiver Eigengefährdung.
👉 Deshalb gilt: Nur die Feuerwehr ist ausreichend ausgerüstet.
Die Anwendung von Löschmitteln für Lithium-Ionen-Akkus ist derzeit aus Sicherheitsgründen für Beschäftigte, einschließlich Brandschutz Helfern, als sehr riskant einzustufen. Auch bei speziell beworbenen Feuerlöschern ist die Gefahr einer Eigengefährdung nicht auszuschließen.
Weitere Details hierzu finden sich in der Publikation „Sicherheitshinweise zum Löschen von Lithium-Ionen-Akkus“ von bvfa und DGUV (siehe Kapitel 7 „Literatur“).
Am Markt werden diverse Löschmittel (F-500, WKL6PRO, usw.) zur Bekämpfung von Lithium-Bränden angeboten, deren Wirksamkeit jedoch unterschiedlich beurteilt wird. Ein einheitlicher Prüfstandard zur Bestätigung der Löschwirksamkeit existiert derzeit nicht.
Eine ausreichende, sichere Menge an Löschwasser würde im Innenbereich auch nur ein Wandhydrant bereitstellen.
Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie ausreichende Belüftung des Gefahrenbereichs und der Schutz vor Explosions-Splitter sind bei der Anwendung von Lithium-Feuerlöschern entscheidend! Aber in der Praxis so gut wie nicht umsetzbar!
- Trügerische Sicherheit durch neue Löschmittel für Lithium-Ionen-Akkus: Die neu auf den Markt drängende Generation von Lithium-Löschmitteln F-500, WKL6PRO, usw. kann eine falsche Sicherheit vermitteln. Trotz ihrer Vermarktung, als geeignete Löschmittel für Lithium-Ionen-Akkus (F-500, WKL6PRO, usw.) sind die Gefahren für Brandschutzhelfer erheblich.
Daher sollte die Brandbekämpfung ausschließlich durch die Feuerwehr erfolgen, da nur diese über die korrekte Ausrüstung und Schulung verfügt.
Lithium-Ionen-Akkus zu löschen ist definitiv keine Aufgabe von Brandschutzhelfern!
🧯 „Speziallöscher“: Marketing ≠ Standard
Für Lithium-Brände existiert kein einheitlicher Prüfstandard; Wirksamkeitsangaben sind nicht vergleichbar.
Für Beschäftigte gilt: keine Eigenversuche. Nur Feuerwehr verfügt über Ausrüstung/Menge.
⚡ Besondere Risiken bei Lithium-Ionen-Bränden
Lithium-Ionen-Brände bergen extreme Gefahren, die weit über das eigentliche Feuer hinausgehen. Besonders kritisch sind die unzureichende Schutzausrüstung, die Freisetzung von Flusssäure sowie die Explosionsgefahr durch berstende Zellen.

🥽 Unzureichende Ausrüstung
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Kein aktuell frei erhältliches Schutzset bietet vollständigen Schutz.
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Vor allem gegen Explosionssplitter durch berstende Akkus sind handelsübliche Schutzkleidung oder Atemschutzgeräte nicht ausreichend.
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Für Brandschutzhelfer bedeutet das: ein sicherer Einsatz ist nicht möglich.

🫁 Fehlende Atemschutztauglichkeit
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Mitarbeitende, die für den Einsatz spezieller Feuerlöscher vorgesehen sind, müssen eine Atemschutztauglichkeit nach G26.2 nachweisen.
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Ohne diese Eignung darf die notwendige Schutzkleidung nicht getragen werden.
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In der Praxis bedeutet das: Brandschutzhelfer können bei Akku-Bränden nicht eingesetzt werden.
🧪 Fluorwasserstoff (HF) kurz erklärt ⚗️
Bei Akku-Bränden kann HF entstehen: farblos, kaum riechbar, extrem toxisch; Haut- und Atemwegsgefahr, bindet Calcium → Herzrhythmusstörungen.
Immer 112, Bereich räumen, Wasser zur Spülung, Calciumgluconat-Gel nach Protokoll.

☣️ Flusssäure (HF) – unsichtbar & extrem giftig
Lithium-Ionen-Brände setzen Fluorwasserstoffsäure (HF) frei – eine der gefährlichsten bekannten Chemikalien. Bereits kleinste Mengen Rauch oder Hautkontakt stellen ein massives Gesundheitsrisiko dar.
Eigenschaften & Gefahren
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Hautkontakt: extrem ätzend, Symptome oft verzögert → Risiko schwerster Gewebeschäden bis hin zu Organversagen.
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Atemwege: schon kleinste Mengen können lebensbedrohliche Lungenschäden (Lungenödem) verursachen.
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Im Körper: HF bindet Calcium-Ionen → akuter Mangel → Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Herzversagen.
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Unsichtbar: farblos, nahezu geruchlos, durchdringt viele Standardmaterialien wie Latex-Handschuhe.
- Extrem Schmerzhaft: Kein aktuell verfügbares Schmerzmittel hilft Fentanyl, Sufentanil, Piritramid, Ketamin…)
Erste Hilfe bei Kontakt
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Sofort mit viel Wasser (mind. 15 Minuten) abspülen.
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Calciumgluconat-Gel auftragen, um Fluorid-Ionen zu binden.
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Bei schweren Fällen intravenöse Calciumgabe notwendig.
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Immer sofort ärztliche Behandlung. NOTRUF 112 – HF-Kontakt ist lebensbedrohlich!

💥 Explosionsgefahr
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Lithium-Zellen können bersten und glühende Splitter mit hoher Geschwindigkeit umher schleudern.
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Kein frei erhältliches Schutzsystem bietet dagegen ausreichenden Schutz.
👉 Fazit: Lithium-Ionen-Brände sind nicht nur schwer zu löschen – sie bringen zusätzliche Risiken mit sich, die ohne professionelle Ausrüstung nicht beherrschbar sind.
Für Betriebe und Brandschutzhelfer gilt daher: Keine Eigenlöschung – sofort die Feuerwehr alarmieren!
🚨 Verhalten im Brandfall
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112 alarmieren, Gebäude räumen, Rauch meiden.
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Türen schließen, Zuluft begrenzen.
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Kein Pulver/CO₂/Metallbrandpulver einsetzen.
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Keine Eigenlöschung durch Mitarbeitende/Brandschutzhelfer.
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Sammelplatz ansteuern, Rückmeldung an Einsatzleitung.

Sofortmaßnahmen allgemein
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Feuerwehr (112) alarmieren
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Bereich evakuieren & Rauch meiden
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Türen schließen, um Ausbreitung zu verhindern
Für Betriebe
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Keine Eigenlöschung durch Mitarbeitende
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Brandschutzhelfer sollen sich auf Evakuierung & Alarmierung beschränken
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Geeignete Brandschutzunterweisungen und Gefahrenaufklärung sind Pflicht
✅ Was Betriebe vorab tun können
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Ladezonen definieren (nicht entzündliche Unterlagen, Belüftung).
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Akkus nie unbeaufsichtigt/über Nacht laden.
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Wandhydrant funktionsfähig halten (wo vorhanden).
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Unterweisung: Risiken, Alarmierung, Sammelplatz, Türmanagement.
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Übung: Evakuierung realistisch trainieren.
Gesetze rechtssicher beachten! 👉🏼 Hier zur DGUV-Vorschrift 205-041
FAQ Lithium-Ionen-Brände löschen
Weil die brennbaren Bestandteile wie Feststoffe reagieren – nicht wie reines Metall.
Weil nur Wasser die notwendige Kühlung sicherstellt.
Der Lithium-Feuerlöscher (z.B. F500, oder WKL6PRO) ist ein spezieller Löscher, der auf den Einsatz bei Bränden von Lithium-Ionen-Batterien ausgelegt ist. Er soll durch seine spezielle Löschmittelmischung eine rasche Kühlung und Unterdrückung des Brandes ermöglichen. Dennoch wird dringend vor seiner eigenmächtigen Anwendung gewarnt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) rät davon ab, da die Gefahren für ungeschulte Brandschutzhelfer erheblich sind. Der Einsatz dieses Feuerlöschers vermittelt eine trügerische Sicherheit, da die erforderliche Schutzausrüstung im Notfall oft nicht verfügbar ist und ein hohes Risiko durch Explosionssplitter besteht. Mehr Infos hier: DGUV 205-041
Brände von Lithium-Ionen-Batterien gelten als besonders gefährlich, da sie durch die hohe Energiedichte schnell eskalieren können. Ein thermisches Durchgehen (Thermal Runaway) führt dazu, dass sich das Feuer rasch ausbreitet und erhebliche Energie freisetzt. Zusätzlich entstehen dichter Rauch, der gefährliche Gase enthalten kann und vor allem hochgefährliche Flußsäure.
Obwohl es zunächst widersprüchlich klingt, wird Wasser als Löschmittel für Lithium-Ionen-Akkus empfohlen.
Wasser hat einen hohen Kühleffekt und kann das Ausbreiten des Feuers effektiv verhindern.
Andere Löschmittel wie Pulver oder Kohlendioxid sind nicht geeignet, da sie die nötige Kühlung nicht gewährleisten können.
Für die Anwendung von Lithium-Feuerlöschern, bei Lithium-Ionen-Bränden ist eine umfassende persönliche Schutzausrüstung erforderlich. Dazu gehören Schutzhandschuhe, Schutzkleidung, Atemschutzgeräte und Gesichtsschutz.
Diese Ausrüstung ist notwendig, um sich vor Explosionssplittern und toxischen Gasen zu schützen. In der Praxis sind solche Ausrüstungen jedoch häufig nicht verfügbar, was den Einsatz durch Laien gefährlich macht.
Es gibt hier keine Normen. Die Wirksamkeit von Lithium Löschmitteln F-500, WKL6PRO, usw. ist nicht abschließend nachgewiesen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung rät vom Gebrauch bei Brandschutzhelfern ab. Sie stellen eine große Gefahr für den Anwender dar, da sie ein Sicherheitsgefühl vermitteln, ohne die Erheblichen Risiken zu beseitigen.
Was muss ich bei Lithium-Löschmitteln beachten? ->Sie einfach nicht unbedacht einsetzen und IMMER Feuerwehrmänner dazu holen!
Lithium-Ionen-Brände sollten nur von ausgebildeten Feuerwehrkräften bekämpft werden, da diese geschult sind und über die richtige Schutzausrüstung verfügen. Untrainierte, ungeschützte Personen riskieren schwere Verletzungen durch den Kontakt mit giftigen Dämpfen, umherfliegenden Splitterteilen oder Flammen. Das geeignete Löschmittel für Lithium-Batterien zur Laien-Anwendung gibt es nicht.
Wirklich 100% geeignete Löschmittel für Lithium-Akkus gibt es leider noch nicht.
Auch nicht die 100% geeignete Löschmethode.
Im Zweifel hat hier Eigenschutz IMMER Vorrang!
Im Fall eines Feuers, das durch eine Lithium-Ionen-Batterie verursacht wird, ist es entscheidend, schnell zu reagieren. Verlassen Sie den Gefahrenbereich, alarmieren Sie die Feuerwehr und stellen Sie sicher, dass alle Personen in der Umgebung informiert sind.
Versuchen Sie nicht, das Feuer eigenmächtig zu löschen!
Quellen & weiterführende Informationen
- TU Clausthal, Löschwirksamkeit von Kapselmittel im Vergleich zu Wasser ohne Additive bei LIB-Bränden: TU Clausthal: Löschnachweis bei Lithium-Ionen Batteriebränden
- Stellungnahme der DEKRA zum Einsatz von F-500 EA: Gutachten Dekra
- Auszug aus der Norm NFPA 18A (englische Sprache): NFPA 18A
- Gutachten der KIWA (Mutter der MPA Dresden, in englischer Sprache): Fire-Tests-Li-Ion-Batteries
- Brandschutz Magazin, August 2024: Sonderdruck Tiefgaragen
- Brandschutz Magazin, Mai 2021: Deutsche-Feuerwehr-Zeitung
- Brandschutz Magazin, Juli 2019: Deutsche-Feuerwehr-Zeitung
- Geeignete Löschmittel für Lithium-Ionen-Akkus: Video Lithium-Ionen-Brand

🔎 Kurzfazit für die Praxis: Lithium-Brand sicher managen
Keine Eigenlöschung im Innenraum, 112 wählen, evakuieren, Türen schließen. Für Laien sind Pulver/CO₂/Metallbrandpulver ungeeignet; realistisch hilft nur Wasser in Menge (Feuerwehr/Wandhydrant) wegen Kühlwirkung.
Vorbeugen: Ladezonen, Unterweisung, Evakuierungsübungen, Wandhydrant/Schutzeinrichtungen betriebsbereit halten.
So bleibt der Fokus auf Menschenrettung – nicht auf riskanten Löschexperimenten.
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Wir bereiten Ihre Brandschutzhelfer sicher auf die Gefahren bei Bränden mit Lithium Akkus vor.
Und klären über die Gefahren „geeigneter Löschmittel für Lithium-Ionen-Akkus“ auf.
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