Checkliste Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz

Eine Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz bedeutet, Risiken im Betrieb systematisch zu betrachten. Sie macht sichtbar, welche Brandgefahren tatsächlich relevant sind.

Vorschaubild der Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz

Erst auf dieser Grundlage lassen sich Brandschutzmaßnahmen und die benötigte Anzahl von Brandschutzhelfern sinnvoll auswählen und bewerten. Diese Seite bietet dafür eine orientierende Checkliste mit typischen Fragen.

Worum geht es bei dieser Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung?

  • Die Checkliste richtet sich an Verantwortliche, die eine erste Orientierung suchen.
  • Diese Checkliste hilft, die Gefährdungsbeurteilung im Brandschutz grundsätzlich einzuordnen.

Im Mittelpunkt stehen wichtige Fragen zum Prüfen und Abhaken – keine vorgefertigten Bewertungen oder Lösungen.
Ziel ist Orientierung, nicht Vollständigkeit.

Worum geht es bei dieser Liste ausdrücklich nicht?

  • Sie liefert keine vollständige oder universell anwendbare Gefährdungsbeurteilung
    und keine rechtssichere Bewertung.
  • Sie vermittelt kein Signal nach dem Motto „schnell abgehakt = sicher“.
  • Sie ersetzt weder Fachkunde, Erfahrung noch eine konkrete Einzelfallprüfung.

Warum steht zuerst Orientierung bei der Gefährdungsbeurteilung vor Vollständigkeit?

  • Brandschutz im Betrieb ist komplex.
  • Ohne Grundverständnis erzeugen Details zum Abhaken häufig Scheinsicherheit.
  • Orientierungsfragen helfen zu verstehen, womit man sich befassen muss.

Erst danach wird Detailwissen sinnvoll.

Gefährdungsbeurteilung im Betrieb

Checkliste Gefährdungsbeurteilung: Fragen zur Orientierung

Es sind Fragen, keine Antworten.

Wenn Sie viele der folgenden Fragen nicht klar beantworten können, fehlt sehr wahrscheinlich ein systematischer Blick auf den Brandschutz im Betrieb:

Ist Grundverständnis, Verantwortung und der rechtliche Rahmen geklärt?

  • Können Sie in einem Satz erklären, was eine Gefährdungsbeurteilung ist?

  • Ist klar, warum sie in Ihrem Betrieb erforderlich ist?

  • Wissen Sie, welche Gesetze, Vorschriften oder Regeln gelten?

  • Ist eindeutig, wer für die Einhaltung verantwortlich ist?

  • Oder wird angenommen, dass sich „irgendwer schon darum kümmert“?

Entspricht Ihr Brandschutzkonzept dem tatsächlichen Betriebsalltag?

  • Entspricht die Nutzung der Räume noch der ursprünglichen Planung – falls es überhaupt eine gibt?

  • Wissen Sie, was dort täglich wirklich passiert?

  • Gibt es Abläufe, die so nie dokumentiert wurden?

  • Oder werden Brandrisiken im Alltag schlicht nicht thematisiert?

Sind Gebäude und Technik realistisch eingeordnet?

  • Wissen Sie, welche baulichen Gegebenheiten Ihre Brandschutzmaßnahmen beeinflussen?

  • Wissen Sie, welche Technik vorhanden ist – und welche nicht?

  • Ist klar, wo Technik hilft und wo sie keine Sicherheit bietet?

  • Oder verlassen Sie sich darauf, dass „schon etwas vorhanden sein wird – wir haben ja genügend Feuerlöscher aufgehängt“?

Sind Menschen, Organisation und Wissen berücksichtigt?

  • Ist klar, wer im Brandfall welche Rolle hat?

  • Ist dieses Wissen im Betrieb wirklich bekannt?

  • Wurde dazu jemals unterwiesen oder geschult?

  • Oder wird gehofft, dass Mitarbeitende schon richtig handeln?

  • Kennen Sie hierzu die DGUV Information 205-023

Werden Veränderungen im Betrieb berücksichtigt?

  • Hat sich Nutzung, Personal oder Organisation verändert?

  • Wurde das im Brandschutzkonzept bewusst betrachtet?

  • Werden Annahmen irgendwann überprüft?

  • Oder gilt der Brandschutz noch so, wie er irgendwann einmal gedacht war?

Was folgt, wenn die Checkliste Lücken sichtbar macht?

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass Abläufe im Brandfall nicht mehr sicher abrufbar sind oder sich betriebliche Rahmenbedingungen verändert haben, sollte eine Schulung überprüft werden.
Mehr zur Einordnung finden Sie 👉🏼 auf unserer Seite zur Auffrischung für Brandschutzhelfer

Was macht diese Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung sichtbar?

Diese Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung zeigt, ob ein Brandfall im Betrieb systematisch gedacht wird.
Nicht, ob der Brandschutz gut oder ausreichend ist.

Wenn viele Antworten auf Annahmen beruhen, fehlt meist ein belastbarer Überblick.
In solchen Fällen kann eine externe fachliche Einordnung helfen, Risiken realistisch zu bewerten.

Mehr zum Thema Brandschutz im Betrieb finden Sie 👉🏼 in unserer Seite
zu den grundlegenden Anforderungen im betrieblichen Brandschutz.

Die Checkliste ist nur der Ausgangspunkt für die Auswahl geeigneter Brandschutzmaßnahmen. Warum sie entscheidend ist und welche Rolle die Wirksamkeit von Maßnahmen dabei spielt, erläutern wir auf unserer Seite zur ASR A2.2.

Fachlich erstellt von Lehrgang-zum-Brandschutzhelfer.de

Diese Checkliste wurde von Lehrgang-zum-Brandschutzhelfer.de auf Grundlage unserer Erfahrung in der Ausbildung von Brandschutzhelfern und im betrieblichen Brandschutz erstellt. Die fachliche Einordnung erfolgt durch Thomas Till, Oberbrandmeister bei einer Berufsfeuerwehr, Gruppenführer und Rettungssanitäter.

Thomas Till, Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr, Ausbilder für Brandschutzhelfer mit Einsatz- und Leitstellenpraxis vor einer Drehleiter

Rechtlicher Hinweis

Diese Checkliste dient ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzt keine vollständige Gefährdungsbeurteilung, keine fachkundige Einzelfallprüfung und keine rechtliche Beratung. Welche Maßnahmen im konkreten Betrieb erforderlich sind, hängt von den tatsächlichen betrieblichen Gegebenheiten und den jeweils geltenden Anforderungen ab.